Chronik des Panzerbataillon 174

1959 - 1959

1956

Übernahme der Graf-Goltz-Kaserne am 16.07.1956 durch die Bundeswehr unter OTL Pfannkuche. Am 03.09.1956 Bildung des Panzerbataillon 3 in der Graf-Goltz-Kaserne.

1957

Im Januar 1957 Unglücksfall in der Graf-Goltz-Kaserne. Kurz vor dem Ausmarsch zu einer Geländeübung fiel dem 36-jährigen Stabsunteroffizier Borckmeier eine Sprengpatrone auf den Fußboden. Er griff sofort zu,um sie aus dem Fenster zu werfen. Da detonierte die Papphülse in seiner Hand und zerfetzte sie. Der Verletzte,im Zivilberuf Sprengmeister, wurde sofort im Krankenhaus operiert.

1959

Am 01.04.57 rückten die ersten Wehrpflichtigen in die Kaserne ein. Das Bataillon wurde am 16.03.59 umbenannt in Panzerbataillon 174.

1960 - 1969

1961

Im Juni 61 hatte das Bataillon den Auftrag, vor dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg eine Lehrvorführung durchzuführen. Auf dem Truppenübungsplatz HÖLTIGBAUM schauten die Bürgermeister Dr. Nevermann und Engelhard sowie der Bausenator Dr. Drexelius mit Interesse zu.

1962

Bei der Flutkatastrophe im Februar wurde fast das ganze Bataillon zur Hilfeleistung eingesetzt. Dabei kam der 21 Jahre alte Gefreite Adalbert Fischer beim Umkippen eines 12-to-Kranwagen ums Leben.

1963

Am 18./19.05.63 gewann das Bataillon bei der Internationalen Rallye St. Petrus des ADAC die Goldmedaille der Sonderklasse für Gelände-Fahrzeuge. Bei der Divisions-Geländefahrt am 26./27.09.63 errang das Bataillon den Wanderpreis des Mannschaftssiegers sowie die Goldmedaille in der Einzelwertung.

1964

Im März 64 gewinnt das Bataillon zum ersten Mal den Admiral-Rogge-Pokal. Damit beginnt die siegreiche Zeit der Handballspieler des Bataillons. Mehrere Handball-Nationalspieler dienen in den nächsten Jahren in den Reihen des Bataillons. Am 29.06.64 erringt das Bataillon den Titel einer Divisionsmeisters im Feldhandball.

1965

Das Bataillon wird am 05.08.65 vom kommandierenden General I. Korps, Meyer-Detring, besucht. Im Oktober 65 wird unter dem Kommandeur, Maj Güntner, ein Arbeitskreis junger Soldaten aufgebaut, der sich das Ziel gesetzt hat, alten Menschen in ihrer Einsamkeit zu helfen. Dabei werden Ausflugsfahrten organisiert und Hilfeleistungen jeglicher Art(z.B. Renovieren von Wohnungen) angeboten.

 

1966


Die "Crazy Tankmen", eine Beat-Gruppe aus den Reihen des Panzerbataillons wird im Frühjahr 66 gegründet. Diese Gruppe tritt in der Folgezeit häufig in der Hamburger Umgebung auf und findet sehr großen Anklang. Ein Großteil des eingespielten Erlöses fließt der Aktion "Altenhilfe"' des Bataillons zu.

Der erste Auslandsaufenthalt für das Bataillon führt nach CASTLE MARTIN (Wales) vom 26.Juli bis 16.August . Während des Schießplatzaufenthaltes knüpfte das Bataillon zur Bevölkerung der umliegenden Ortschaften freundschaftliche Beziehungen an. Die "CrazyTankmen" spielten während einer Betreuungsfahrt vor 800 englischen Gästen. Den Bürgermeistern von Tenby und Pembroke wurde das Bataillonswappen überreicht. Im Anschluss an den Aufenthalt in England wird vom Kommandeur, OTL Güntner, dem Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg ein Gastgeschenk der Stadt Tenby überreicht (08.09.66)

 

1967

Im März 67 gewinnt das Panzerbataillon 174 zum zweiten Mal den "Admiral-Rogge-Pokal". Das Bataillon wird im Juli 67 vom Kampfpanzer M47 auf den Kampfpanzer M48 umgerüstet. Am M47 wurden die Soldaten des Bataillons seit September 1956 ausgebildet. Am 02.12.67 kommt es zur lange vorbereiteten Patenschaft zwischen dem Panzerbataillon 174 und der Stadt Bad Oldesloe. Das gesamte Bataillon tritt an diesem Tag in Bad Oldesloe im offenen Viereck vor der versammelten Bevölkerung an, der Bürgerworthalter Koch und der Kommandeur schreiten die Front ab. In einem anschließenden Festakt wird die Patenschaft mit Übergabe einer Urkunde besiegelt.

1968

Am 21.03.68 schafft es das Bataillon, den Admiral-Rogge-Pokal zum dritten Mal zu gewinnen, der damit in den Besitz des Bataillons übergeht. Wiederum gewinnt das Bataillon den Admiral-Rogge-Preis (26.03.69)

 

1970 - 1979

1970

Auch 1970 war das Bataillon am 20.März im Endspiel um den Admiral-Rogge-Pokal nicht zu schlagen.

 

1971

Innensenator Heinz Ruhnau war am 01.Juli 71 Zuschauer einer Gefechtsübung der Panzergrenadierbrigade 17 auf dem StOÜbPl HÖLTIGBAUM. Anschließend sprach er in der Kaserne zu den Offizieren über Probleme der Sicherheit.

 

1972

Am 27.05.72 wird in der Graf-Goltz-Kaserne ein "Tag der offenen Tür" der Brigade durchgeführt. 7.000 Zuschauer strömten in die Kaserne und überzeugten sich vom Leistungsstand der Truppe. Teile des Bataillons nehmen im Juli/August 72 an einem Schießplatzaufenthalt in CASTLE MARTIN teil.

 

1973

Dem Hauptgefreiten Reinecke wird am 04.01.73 die Verdienstmedaille zum Verdienstorden der Bundesrepublik
Deutschland verliehen. Am 24.09.73 starb der Hauptgefreite Heinz-Ludwig Chrobot während der Gefechtsausbildung der 2./174 bei einem Unglück auf dem StOÜbPl HÖLTIGBAUM. Ein Kampfpanzer M48, dem der Jeep des Hauptgefreiten folgte, bremste plötzlich an einer dargestellten Minenschnellsperre und setzte wie oftmals im simulierten Ernstfall geübt, sofort zurück. Dabei überrollte er den hinter ihm stehenden Jeep. Der Hauptgefreite war sofort tot. Hauptfeldwebel Josef Adolf wird am 09.01.73 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Bundeswehr ehrt damit einen Soldaten, der sich 17 Jahre zum Wohle seiner Untergebenen eingesetzt hat.

 

1974

Der Vorzimmerdame des Bataillonskommandeurs, Frau Anna Elisabeth Scheid, wird am 04.April 1974 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der Chef der Abteilung "Betreuung und Fürsorge" der schwedischen Streitkräfte, Roland Morell, besichtigt am 05.08.74 die Betreuungseinrichtungen der Goltz-Kaserne.

 

1976

Am 20. Oktober 67 feiert das Bataillon sein 20-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Tages übernimmt das Bataillon
von der Bundeswehrhochschule Hamburg die Patenschaft über die Traditionsgemeinschaft norddeutscher Panzerjägeroffiziere. Die Bronzeplastik eines zum Sprungansetzenden Tigers als Symbol der Panzerjäger wird in der Graf-Goltz-Kaserne aufgestellt.

 

1977

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Willi Berkhan, stattet dem Bataillon am 14.03.77 einen Besuch ab, um sich über die Probleme der Soldaten zu informieren. Eine Großveranstaltung für wohltätige Zwecke findet am
30.03.77 in der Graf-Goltz-Kaserne statt. Das Bataillon führt ein Carrera-Rennen durch, dessen Gewinn für die
Alsterdorfer Anstalten bestimmt ist. Zu den zahlreichen Gästengehören MdB Alfons Pawelczyk, der stellvertretende SPD-Bürgerschaftsfraktionsvorsitzende Dr. Henning Voscherau, dessen FDP-Kollege Bodeit, Bürgermeister Baethge aus Bad Oldesloe und der Rahlatedter Ortsamtsleiter Regierungsdirektor Mietzsch. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jürgen Roland (Oberleutnant der Reserve), als Gäste waren erschienen Alida Fischer und Carlo von Tiedemann sowie Schlagerstar Tony Holliday. Die Veranstaltung brachte einen Reinerlös von 3.000,--DM.

Am 16.Mai 77 kommt der MdB Alfons Pawelczyk zu einem Besuch ins Panzerbataillon. Erhält einen Vortrag über
Sicherheitspolitik und nimmt an einer Aussprache mit Soldaten aller Dienstgrade teil.

Mit der Einweihung der "PONDEROSA", an der zahlreiche Gäste teilnahmen ,steht dem Bataillon eine sehr schöne Freizeitanlage zur Verfügung. Von 23.Juni bis 14.Juli 77 führt das Bataillon geschlossen einen Schießplatzaufenthalt in CASTLE MARTIN (Wales) durch. Mit den Bürgermeistern der Städte Tenby und Pembroke wurden Wappen ausgetauscht. Dem Küchenmeister, Herrn Emil Grünschlag, wurde am 15.06.77 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Im Rahmen eines deutsch-dänischen Truppenaustausches nimmt eine Kompanie des I./Fynske Livregiment aus Oden-se am Dienst des Bataillons teil (17.10. - 21.10.77). Den Gegenbesuch führt eine Woche später die 2./174 als Gast der Dänen durch.

 

1978

Am 13.03.78 sind die MdD Dipl.-Päd. Würzbach (Verteidigungsausschuß) und Francke zu einem Informationsbesuch beim Panzerbataillon 17. Das neue Bataillonswappen wird vom Bataillonskommandeur, OTL Nessel, im Rahmen einer offiziellen Feier mit 'Vertretern des öffentlichen Lebens am 18.Mai 78 eingeführt.

 

1979

Im März übernimmt das Bataillon den neuen Kampfpanzer M48. Umstellung des Bataillons auf den neuen Kampfpanzer bis Juli 79 abgeschlossen. Im Mai 8. Berufsgenossenschaftliches Sportfest für Querschnittsgelähmte mit entscheidender Unterstützung des Bataillons.

26.10 - 30.10. Divisionsgefechtsübung "KÜHLE BRISE". Während dieser Übung Panzerangriff PzBtl 174 vor NATO-
Befehlhaftber General Rogers. Dezember: 35-Jahre alte Feldpost im Kasernenbereich gefunden.

 

 

1980 - 1989

1980

03.04 Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Hauptfeldwebel Ulrich Bauer. Teilnahme des Bataillons an der Brigade-Rahmenübung SCHWARZER PANTHER. Im Mai 1980 schießen die I. Züge des Bataillons in PUTLOS.

Am 08.06.80 wird der Bataillons-Ball erstmals in der Festhalle in Bad Oldesloe durchgeführt. 300 Gäste aus allen Bereichen nehmen teil. Im Juni und erneut im Dezember verlegt das Bataillon auf den Truppenübungsplatz nach BERGEN. Im Dezember führt das Bataillon auf dem Übungsplatz eine Gefechtsübung bei -24 °C durch. Im Oktober nimmt das Bataillon an der Divisions-Rahmen-Übung KÜHLE BRISE teil.

 

1981

Am 26.März 81 übernimmt OTL Soukal das Kommando über das Bataillon. Die neu aufgestellte 4./171 wird dem Bataillon unterstellt. Im April wird die Materialprüfung C durchgeführt. Im Mai wird die Umgliederung auf die Heeresstruktur 4 abgeschlossen. Am 20.11.81 feiert das Bataillon sein 25-jähriges Bestehen. Feierlicher Bataillonsappell mit zahlreichen zivilen Gästen. Höhepunkt des Jahres ist der Truppenübungsplatzaufenthalt in CASTLE MARTIN, England. Im September wird das Bataillon mit der Durchführung einer Tagung der Leopard-Benutzerstaaten beauftragt. Für eine Woche sind zahlreiche ausländische Gäste in der Kaserne.

Teilnahme an der Divisions-Gefechtsübung BRISK FRAY. Im Dezember verlegt das Bataillon zum Schießen für 14 Tage nach BERGEN.

 

1982

Im März und im August befindet sich das Bataillon erneut zum Schießen in BERGEN. Beim Beim Übungsplatzaufenthalt im August wird das Bataillon im Biwak untergebracht. Ausgerechnet am Besuchertag bricht nach starker Hitze ein Wolkenbruch los, der nicht nur die Gäste, sondern auch einige Zelte kräftig durchspült.

Der Bataillonsball wird wieder in der Festhalle BAD OLDESLOE durchgeführt. Die 300 Gäste loben vorzügliche Organisation und den glänzenden Rahmen. Höhepunkt des Abends ist der Auftritt der "Finekwarder Speeldeel".

Das Bataillon nimmt im Mai an der Divisionsrahmenübung 'STARKER BÜFFFEL teil. Die Gefechtsübung BOLD GUARD findet mit aufgefüllter 5./174 im September statt.

Das Jahr endet mit der Übergabe des ersten Kampfpanzers Leopard 1 durch den Brigadekommandeur an das Panzerbataillon 174, das damit über ein leistungsfähiges Waffensystem verfügt.

 

1983

Nach dem Kommandowechsel von OTL Soukal an OTL Everling führt der neue Kommandeur das Bataillons gleich darauf bei der Bataillons-Gefechtsübung BREITE KETTE, die während eines 2-wöchigen Übungsplatzaufenthalts in BERGEN stattfindet. Im Juli 1983 ist die Umrüstung auf Leopard 1 abgeschlossen. Unmittelbar im Anschluss erfolgt das erste Panzerschießen mit dem neuen Waffensystem. Im September verlegt das Panzerbataillon 174 erneut nach
CASTLE MARTIN, um sich nach der Rückkehr auf die NATO-Gefechtsübung BRISK FRAY und BRIGADE FROST vorzubereiten.

 

1984

Dieses Jahr beginnt mit einem Übungsplatzaufenthalt in BERGEN und einer Bataillonsgefechtsübung. Es schließt sich ein relativ ruhiges Quartal an, in dem das Bataillon einen Ball ausrichtet. Nach der Urlaubsphase im Juli jagt ein Großauftrag den anderen. Es fängt an mit dem letzten Aufenthalt in CASTLE MARTIN, dem sich die Brigadegefechtsübung VOLLES FISCHNETZ und ein Panzerschießen in BERGEN anschließen. Nach einer kurzen Erholungspause mit Bataillons-Sportfest und einer Rallye folgen dann die Bataillonsgefechtsübung BREITE KETTE
und die Gefechtsübung der 6. Panzergrenadierdivision BRISK FRAY.

 

1985

1985 bringt für das Bataillon den ersten Aufenthalt in den Weiten Manitobas. Bevor die Truppe jedoch nach SHILO/CANADA fliegt, findet die Technische Materialprüfung C statt und es erfolgt der Wechsel des S3-Stabsoffiziers. Nachfolger von Major Mielke wird Major Hedderich. Nach der Rückkehr aus KANADA und der anschließenden Urlaubsphase laufen die Vorbereitungen für die Heeresübung TRUTZIGE SACHSEN an, die im September in NIEDERSACHSEN stattfindet. Das Jahr endet mit einer Bataillonsgefechtsübung und einem Schießplatzaufenthalt der 4./PzGrenBtl 171 sowie mit Veranstaltungen im Standort wie dem traditionellen Gänseschießen des VBK 10 und dem Adventsgottesdienst in SIEK.

 

1986

Im ersten Quartal erfolgt schon beinahe routinemäßig der Übungsplatzaufenthalt in BERGEN und die Bataillons-Gefechtsübung BREITE KETTE, in der die 1./174 und 4./174 ihren hohen Ausbildungsstand unter Beweis stellen. Im Juni verlegen abermals Teile des Bataillons, 4./171, 2./174,4 ./174 und Versorgungsteile der 1./174 auf den TrÜbPl SHILO in KANADA, um ihr Können im Panzerschießen unter Beweis zustellen. Nach der Rückkehr aus SHILO übergibt OTL Everling das Kommando an seinen Nachfolger, Major Hillerkus. Ein weiterer Ausbildungshöhepunkt folgte im September mit der geschlossenen Teilnahme des Bataillons, einschließlich der mobilgemachten 5./174, an der NATO-Gefechtsübung BOLD GUARD.

 

1987

Im II.Quartal des Jahres 1986 findet ein deutsch-dänischer Soldatenaustausch statt, wobei das PzBtl 174 einen Zug an die I./JDR abstellt. Anfang August verlegt erneut die 4./171 zum Panzerschießen nach SHILO/KANADA. Vertreter der Stadtverordnetenversammlung besuchen am 13. August das Panzerbataillon 174. Im Dezember erwidern die dänischen Kameraden den Besuch eines Zuges der 4. Kompanie mit der Abstellung ebenfalls eines Panzerzuges nach Hamburg.

 

1988

Das Jahr hat bereits im I. Quartal seinen Ausbildungshöhepunkt mit dem TrÜbPl-Aufenthalt des Panzerbataillons in BERGEN. Im Mai ist das Panzerbataillon verstärkt in der Öffentlichkeitsarbeit eingebunden. Der Kreisbauernverband Stormarn besucht die Graf-GoItz-Kaserne und das Bataillon nimmt Teil an der 750-Jahr-Feier der Patenstadt Bad Oldesloe. Der Inspizient der Panzertruppe, Oberst Engel, besucht das PzBtl 174 im Dezember.

 

1989

Nach einem relativ ruhigen Beginn mit obligatorischen Übungsplatzaufenthalten der Kompanien beteiligt sich
das Bataillon am 800. Hafengeburtstag des Hamburger Hafens. Den Höhepunkt des Ausbildungsjahres bildet die Teilnahme an der Heeresübung "Offenes Visier" im Oktober, an deren Ende der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Altenburg, verabschiedet wird. Im Dezember des Jahres richtet das PzBtl 174 erneut das Gänseschießen des VBK 10 aus, nachdem vorher Teile des Bataillons bei einer Brigaderahmenübung auf dem Übungsplatz SENNE die Leistungsfähigkeit der Panzertruppe unter Beweis gestellt hatten.

1990 - 1992

1990

Beginnt gleich nach dem Neujahrstag mit einem Aufenthalt in BERGEN, bei dem 2 Kompanien zusammen mit einem dänischen Panzerzug Übungsvorhaben durchführen. Während der Brigadegefechtsübung FROSTIGER HANSEAT werden die teilnehmende 3./PzBtl 174 und 4./PzGrenBtl 171 durch den Kommandeur, Oberstleutnant Hillerkus, im Gefechtsdienst besichtigt. Am 28. März übergibt Oberstleutnant Hillerkus das Kommando über das einzige hanseatische Panzerbataillon an seinen Nachfolger Oberstleutnant Brede.

Der Mai ist geprägt von 2 Ereignissen. Zu Beginn fährt eine Gruppe von Soldaten der 4./PzGrenBtl 171 unter Leitung von Lt Granz nach Frankreich, um Kriegsgräber im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu pflegen. Im selben Zeitraum führt das Bataillon ein Gelöbnis in der Öffentlichkeit durch, bei dem auch eine Patenschaft mit dem III./Jydske Dragonregiment begründet wird.

Im Juni führt das Bataillon vor den Kommandeuren der 6. PzGrenDiv mit Erfolg eine Lehrübung durch. Im Anschluss an die Urlaubsphase verlegt das Panzerbataillon 174 nach Maniloba, um dort zum wiederholten Male die Panzerschießausbildung- abzuschließen. Nach der Rückkehr aus SHILO verläuft das Ausbildungsjahr in der
politisch aufregenden Zeit ruhig.

 

1991

Das Jahr wird von schwerwiegenden Entscheidungen geprägt. Seit dem Sommer finden erregte Diskussionen über Standort- und Strukturfragen, auch in der Öffentlichkeit, statt. Zu Beginn des Jahres stellt das Panzerbataillon 174 Ausbildungspersonal in die fünf neuen Bundesländer ab, die in Schwerin, Rostock und Eggesin Dienst leisten. Gegen Ende des I. Quartals verlegen 2 Kompanien nach BERGEN, um dort die Schießgrundausbildung abzuschließen, die Grundlage für den Übungsplatzaufenthalt im Mai ist.

Zu erwähnen sind noch die Aufenthalte der 3./174 und der 4./171 in DÄNEMARK, wo beide Kompanien an Übungs- und Ausbildungsvorhaben teilgenommen haben. Ab 01.April übernimmt Hptm Friedrichs den Dienstposten des S3 Stabsoffiziers von Major Rottau. Am 24. Mai konnte der Kommandeur des PzBtl174, OTL Brede, die Entscheidung über die Zukunft des Bataillons den Soldaten verkünden. Das PzBtl 174 wird Aufwuchsbataillon in der neuen Heeresstruktur 5, fusioniert mit dem PzBtl 164 und verlegt zu diesem Zweck in den Standort ELMENHORST bis zum 30.09.1992.

Am 23. August feiert das PzBtl 174 seinen vorletzten, den 35-jährigen Geburtstag. Die Jubiläumsveranstaltung
begann am 22. August mit dem 4. Hamburger Panzertreffen. Am nächsten Tag führte das Bataillon das letzte feierliche Gelöbnis auf der Bezirkssportanlage FARMSEN und einen Familientag in der Graf-Goltz-Kaserne mit mehr als 1.000 Besuchern durch. Am Abend fand auf der Freizeitanlage PONDEROSA das Jubiläumsbiwak statt. Das Geburtstagsfest endet am 24. August mit einem Bataillonsfrühschoppen in der Graf-Goltz-Kaserne. Aus Anlass der Verabschiedung des stellvertretenden Generalinspekteurs der Bundeswehr, Generalleutnant Storbeck, führt das PzBtl 174 mit anderen Teilen der Brigade und des HMK 6 am 25. September den Großen Zapfenstreich in der Douaumont-Kaserne in Hamburg auf. Der Kdr, OTL Brede, führt die Ehrenformation.

Zum 30.09. wird nach 35-jährigem Bestehen mit der 3./174, unter Hptm Funke, die erste Einheit des Bataillons in Vorbereitung auf die Umgliederung in die Heeresstruktur 5 aufgelöst. Die 4./174, seit März 1991 Einsatz-u. Lehrkompanie und somit Ausbildungsstätte für den Unteroffiziernachwuchs, führte im Oktober 1991 erstmals in dieser Funktion einen Übungsplatzaufenthalt in PUTLOS durch, wo die Unteroffizeranwärter sich im Panzerschießen zu bewähren hatten. Im Dezember nimmt das Panzerbataillon mit der 1./-,2./- und 4./171 an der 4-tägigen NATO-Gefechtsübung BRICK FENCE im Raum SOLTAU-CELLE-GIFFHORN teil.

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1992

Zu Beginn des Jahres verlegt die 2./174 nach nur kurzer Spezialgrundausbildung auf den TrÜbPl PUTLOS zum Schulschießen. Ende des Monats Februar gehen die 2./174 und die 4./171 gemeinsam für 2 Wochen auf den TrÜbPl BERGEN, um die Panzerbesatzungen im Schul- und Gefechtsschießen auszubilden. In Beisein einer Abordnung des dänischen Patenverbandes gibt OTL Brede am 05. März den letzten Schuss 105mm des PzBtl 174 mit dem Kampfpanzer Leopard 1 ab. Mit dem erfolgreichen Abschuss des letzten Unteroffizierlehrgangs beendet die 4./174 ihren Lehrauftrag als E/L-Kompanie und wird mit der 2./174 zum 31.03. aufgelöst. Am 12.05. verlassen die letzten 17 Kampfpanzer Leopard 1 das PzBtl 174 durch das Haupttor die Graf-Goltz-Kaserne, um in ein Depot abgegeben zu werden. Der erste Kampfpanzer der Kolonne wird vom Kommandeur selbst gefahren.
Das aktive PzBtl hört damit zum 30.09.1992 auf, zu existieren. Jedoch wird der Verband als sogenanntes nicht-aktives Bataillon am Standort Lanken/Elmenhorst wieder aufgestellt.

 

1994

Im weiteren Rahmen der Transformation der Bundeswehr wird noch im Jahr 1992 beschlossen, auch die einstige Nachbarbrigade Panzergrenadierbrigade 16 mit Ablauf des Jahres 1994 aufzulösen. Diese Entscheidung sorgt dafür, dass das erst kürzlich aufgestellte PzBtl 174 na ebenfalls mit Ablauf des 30.09.1994 abgewickelt wird. Damit endet nun endgültig die Geschichte des einzigen Hamburger Panzerbataillons. Ein Teil der Kameraden kam im Panzerbataillon 403 in Schwerin-Sternbuchholz unter. Auch dieser Verband existiert seit 2007 schon nicht mehr.