Chronik des Panzerartilleriebataillons 177

Panzerhaubitze M109 G des Panzerartilleriebataillons 177
Panzerhaubitze M109 G des Panzerartilleriebataillons 177

Das Panzerartilleriebataillon 177 wurde am 01.Juli 1959 in HAMBURG-RAHLSTEDT als das Feldartilleriebataillon 177 mit drei Batterien aufgestellt. 340 Soldaten aus verschiedenen bereits bestehenden Artillerieverbänden und -stäben rückten im Laufe des Juli zu ihrem neuen Bataillon ein. Mit der amerikanischen Feldhaubitze 105 mm erhielt das Bataillon zunächst Weltkriegsgeschütze.

Ein Jahr später wurden die 4. Batterie und die Artillerieausbildungsbatterie 1/6 aufgestellt. Bereits nach einem guten halben Jahr mußte sich das Bataillon auf dem Truppenübungsplatz MUNSTER SÜD als schießender Verband bewähren. Seither hat es bei vielen, ungezählten Gefechtsschießen und -übungen im In- und Ausland sein artilleristisches Können unter Beweis gestellt. Vor Aufgaben besonderer Art sahen sich die Soldaten des Bataillons bei der Sturmflutkatastrophe im Februar 1962 gestellt. Neben vielen Helfern und Rettern eilten auch die Hamburger Artilleristen ihrer Garnisonsstadt zu Hilfe. Der Dank der Freien und Hansestadt war überaus herzlich und fand sein äußeres Zeichen in der Verleihung der Dankmedaille, die den Soldaten des Bataillons in feierlicher Form überreicht wurde.

Doch bald holte der Alltag die Soldaten wieder ein: Bereits eine Woche nach der Flutkatastrophe verlegte das Bataillon zum Scharfschießen auf den Truppenübungsplatz MUNSTER. Im April 1962 wurde zum zweiten Mal umgegliedert: Die 4. Batterie musste für eine Neuaufstellung nach SCHLESWIG verlegt werden. Durch dieses damals übliche Verfahren verlor das Bataillon zwar eine schießende Batterie, konnte damit aber einen wichtigen Beitrag zur Aufstellung der Artillerie in der eigenen Division leisten. Die Umrüstung auf die Panzerhaubitze M 109 G im Februar 1967 hatte die Umbenennung in Panzerartilleriebataillon 177 zur Folge.

Dieses zuverlässige Geschütz ist bis heute die Hauptwaffe aller Panzerartilleristen in der Bundeswehr. Die folgenden Jahre stellten dem Bataillon viele Aufgaben, die es gesamt und besonders erfüllen und lösen konnte. Sportlicher
Höhepunkt war der erste Platz beim Brigadesportfest 1972; eine besondere Leistung, die Brigadeartilleriebataillone
nur sehr selten erringen. Das Jahr 1975 bescherte dem Bataillon mit dem Truppenübungsplatzaufenthalt in
SHILO / KANADA einen besonderen Höhepunkt:

In drei wunderschönen Maiwochen wurden die artilleristischen Fähigkeiten verbessert und man lernte Land und Leute kennen. Das Jubiläumsjahr 1979 begann mit einer neuen harten Bewährungsprobe. Am Silvesterabend 1978 wurde das Bataillon in Alarmbereitschaft versetzt, um bei der sich abzeichnenden Schneekatastrophe eingesetzt werden zu können. Die 177er halfen dann im Bereich der Deutschen Bundesbahn den Zugbetrieb aufrechtzuerhalten.

Am 01. Oktober 1980 gliederte das Bataillon in die neue Heeresstruktur um. Die 4. Batterie wurde als Geräteeinheit
und die Fünfte als Panzerartillerieausbildungsbatterie aufgestellt. Jetzt war die Feuerkraft des Bataillons wieder auf das geforderte Maß angewachsen. Der zusätzliche Rekrutenausbildungsauftrag für die gesamte Panzerartillerie in der Division hat alle Soldaten neu beflügelt. Inzwischen sind rund 1500 Rekruten und 800 Militärkraftfahrer
für andere Verbände ausgebildet worden.

1983 blickt das Bataillon auf seine 25jährige Geschichte mit Stolz und in Dankbarkeit zurück. Neben vielen guten
Erfolgen gab es auch bittere Stunden und tragische Unglücksfälle; sie haben die Menschen, die sich diesem Panzerartilleriebataillon 177 als Soldaten und zivile Mitarbeiter, als Freunde und Militärgeistliche verpflichtet fühlen in Kameradschaft zusammenwachsen lassen.

Im Jahre 1984 bekam das Bataillon das Fahnenband der Freien und Hansestadt Hamburg durch den Präsidenten des Senats verliehen. Weiterhin bestanden zwei Patenschaften:

  • seit 1/67 mit der 6. DK Artilleriafdeling (Varde, Dänemark)
  • seit 10/89 mit der Gemeinde Großhansdorf, Kreis Stormarn

 

Bedingt durch die Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Bataillon am 12.3.1993 aufgelöst. Das Material des Verbandes floss in großen Teilen nach Kellinghusen ins umbenannte Panzerartilleriebataillon 515, sowie nach SHILO / Kanada auf den dortigen Übungsplatz.