Hanseaten-Kaserne

Eingang der Hanseaten-Kaserne (2006)
Eingang der Hanseaten-Kaserne (2006 - Sören Kuhrt)

Während des 1. Weltkrieges war 1917 in Blankensee auf Weisung des königlich-preußischen Kriegsministeriums eine erste Militärfliegerstation errichtet worden. Der Bau der Kaserne begann ab 1934 und wurde ab 1939 durch die 1. Gruppe des Kampfgeschwader 26 genutzt.

Nach dem Ende des Krieges und britischer Besetzung im Mai 1945 nutzte die Royal Air Force das Gelände u. a. auch als Flüchtlingsunterkunft. Während der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49 starteten von Blankensee aus viele "Rosinenbomber" zur Luftbrückenversorgung der Menschen im westlichen Sektor.

1951 machte der Bundesgrenzschutz Lübeck erneut zur Garnisonsstadt und bezog die Waldersee-Kaserne sowie die Kasernen St. Hubertus und Blankensee mit Kommandobehörden, mehreren Einheiten und Schulen.

Die Bundeswehr folgte erst 1960 mit ihren ersten Verbänden: Dem Luftwaffen-Fernmelderegiment 37, der Luftraumbeobachtungsabteilung 343, der Luftwaffensanitätsstaffel II und der Reserve-Unteroffizier-Ausbildungskompanie Inf TV 532. Sowohl diese Truppenteile, als auch die Standortkommandantur und die Standortverwaltung Lübeck bezogen Kasernengebäude des ehemaligen Fliegerhorstes Blankensee, der späteren Hanseaten-Kaserne.

1969 zieht das Panzergrenadierbataillon 172 (damals Jägerbataillon 172) aus Flensburg-Weiche in die Hanseaten-Kaserne nach Lübeck Blankensee um. Seit dem 1. Oktober 1980 beherbergte die Hanseaten-Kaserne auch die Panzerjägerkompanie 170, die früher in Bad Segeberg ansässig war. Damit hielt auch ein neues Waffensystem Einzug: der Raketenjagdpanzer Jaguar.

Nach dem Abzug der Bundeswehr 1993 ist die Kaserne weitestgehend erhalten geblieben. Sie beherbergt heute eine Ausbildungseinrichtung für Jugendliche aus Schleswig-Holstein. Der angrenzende Flugplatz wird zivil genutzt.